Provokationen durch das „Schwarze Rudel WHV“/ Bürgerwehr in Wilhelmshaven

Zugespielt:

[ Am 25.12.2015 hat um 3:30uhr eine Gruppe von circa vier Personen, von denen einige in szenetypischer Kleidung wie beispielsweise Kutten mit „Patches“ des „Schwarzen Rudels“ auftraten, Gäste und Personal einer wilhelmshavener Gaststätte bedrängt, genervt und beleidigt. Es wurden Anfeindungen gegen eine muslimische Frau und linksorientierte Gäste geäußert. Es gab mehrere Sequenzen, in welchen gepöbelt wurde, final mündete es dann in einem physischen Übergriff gegenüber eines Angestellten des Lokals. Dieser wurde geschubst und durch einen Schlag ins Gesicht am Kiefer leicht verletzt. Zuvor waren Gäste und Angestellte bemüht, die Situation zu deeskalieren und den „Unerwünschten“ zu verdeutlichen, dass sie das Lokal verlassen müssen.]

Das „Schwarze Rudel“ ist ein Rocker-Supporter Club des MC Gremium Wilhelmshaven. Dieser Club fällt seit längerem durch aggressives Verhalten und rechtsradikale Äußerungen auf. Der Präsident des „Schwarzen Rudels“ war einer der Betreiber der Facebook-Seite von „wilgida“, dem Wilhelmshavener Ableger von „PEGIDA“. Auf Grund von Strafanzeigen wegen Volksverhetzung wurde die Seite vom Netz genommen. Nun ist diese Seite aber durch das Profil „Patriotischer Widerstand Deutschland“ ersetzt worden.

Auf der genannten Seite wurde kurz vor Weihnachten öffentlich angekündigt, dass man die Wilhelmshavener Kneipen besuchen wolle, um „Freunden“ einen Besuch abzustatten. Es wurde unter anderem auch behauptet, der „Patriotische Widerstand Deutschland“ habe nichts mit Wilhelmshaven zu tun. Es gibt jedoch genügend Beweise und Verdachtsmomente, die uns Gegenteiliges glauben lassen müssen.

Zitat:

Moin liebe Freunde, Leser und Patrioten!
Heute haben wir eine persönliche Nachricht von Patrioten aus Wilhelmshaven bekommen. Man hatte uns darauf hingewiesen das auf einer linken Hetzseite der Name unserer Seite gefallen ist. Gesagt getan, wir haben uns das ganze einmal durchgelesen und stellten fest das man uns mit einer örtlichen Seite aus Wilhelmshaven in Verbindung bringt. Zuerst einmal ein danke schön nach Wilhelmshaven wo es aufmerksame Patrioten gibt und uns diesen Hinweis gaben.
Desweiteren einmal die Frage an die Leute die da völlig uninformiert etwas posten und mit uns in Verbindung bringen, geht’s euch noch gut? Wir haben uns euer Geschreibsel mal angeschaut und können eigentlich nur mit dem Kopf schütteln.
Sehr interessant auch dort zu lesen das alles von denen was nicht der linken Gesinnung entspricht als Neonazi diffamiert wird. Dann wird auf der Seite noch den Behörden eine Verharmlosung von was auch immer unterstellt. Und wenn man sich die Seite dort einmal genauer ansieht, den sogenannten „Antifaschistischer Anker Wilhelmshaven“ würde man sich wünschen das der Staatsschutz und/oder Verfassungsschutz sich einmal mit dem Schreiberling und Betreiber der genannten Seite auseinandersetzt.
Kleiner Tip noch von uns, der Bürger der dort namentlich genannt wird und fälschlicherweise mit uns in Verbindung gebracht wird sollte sich vielleicht einmal mit den Behörden in Verbindung setzen und den Fall zur Anzeige bringen.
Auf jeden Fall haben wir einen netten Kontakt herstellen können und wir werden in Kürze, wahrscheinlich noch im Jahr 2015 der Stadt Wilhelmshaven einem Besuch widmen. Es soll dort ja nette Kneipen geben. Wir freuen uns auch in Wilhelmshaven neue Freunde gefunden zu haben und verbleiben mit freundlichen Grüßen.

 

(Eine Reaktion auf unseren Artikel: Wilgida aufgelöst?!?)

Primär stellt sich uns die Frage, was uns dieser Vorfall nun über vermeintlich, rechte Strukturen in der Rocker-Motorrad-Szene sagt…

…Uns ist bewusst, dass nicht jede Person, die einem Motorrad-Club angehört,  faschistische, rassistische oder islamophobe Gedanken hat und/ oder propagiert. Dennoch halten wir es für wichtig, sich als Mitglied dieser Szene von derartigen Verhaltensweisen zu distanzieren. Es sollte gerade in diesem Kontext im Interesse aller MC Gremium Mitglieder sein, derart menschenverachtendes Gedankengut (auch?) szeneintern zu bekämpfen bzw. eine Disskusion darüber führen, ob ein „Schwarzes Rudel“, welches sich in der Öffentlichkeit aggressiv verhält, der Szene gut tut. Denn das Verhalten eines einzelnen Clubs wirft ein schlechtes Bild auf alle anderen Clubs in der Stadt!

Auch in der Silvesternacht kamm es zu Auseinandersetzungen:

Während der Silvesternacht hat in Wilhelmshaven eine Gruppe gewaltbereiter Personen ein Restaurant gestürmt. Laut Polizeiangaben kam es vor einem Gastronomiebetrieb in Fedderwardergroden zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung. Einige der Menschen flüchteten daraufhin in das Restaurant. Etwa 8 bis 10 Personen stürmten dann die Gaststätte, versprühten Reizgas, griffen mehrere Menschen an und beschädigen das Inventar. Laut Polizei soll es sich um eine Gruppierung gehandelt haben, die mit dem Rockermilieu in Verbindung steht.

Doch das war nicht der einzige Fall, mit dem sich die Polizei in der Silvesternacht beschäftigen musste: Gegen 3 Uhr kam es zu einer weiteren gefährlichen Körperverletzung in der Börsenstraße. In einem Lokal wurden drei männliche Personen sofort nach Betreten durch den Gastwirt wieder heraus gebeten, da sie sich unangemessen verhielten. Die Personen beleidigen den Gastwirt und sprühen Pfefferspray auf den Wirt und seine Gäste. Die Personen werden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die Opfer wurden vor Ort durch mehrere Rettungswagen versorgt.

Quelle: Wz-online


 

Bürgerwehr in Wilhelmshaven!

Aufgrund der Vorfälle in Köln, entstehen nun bundesweit Bürgerwehren, die sich mit rechtsradikalen Gruppen verbünden und auf „Jagd“ nach kriminellen Ausländern und Antifaschisten/innen sind. Auch in Wilhelmshaven wurde die „Bürgerwehr-WHV“ gegründet, die Mitglider gehören nach ersten Informationen zu Rocker-Clubs wie dem „Schwarzen Rudel WHV“ der NPD, oder sind „wilgida“-Unterstützer. Mehr Infos dazu gibt es hier und hier.

Laut unseren Informationen will die Bürgerwehr im Bereich Weserstr. und Arbeitsamt (Schillerstr.) Wilhelmshaven „Streife“ laufen. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch in anderen Teilen der Stadt Bürgerwehren auftauchen! Lauft nicht alleine und achtet aufeinander!!!

Hier eine Einschätzung der Antifa-elf zum Thema sexualisierte Gewalt und Bürgerwehren:

Zitat:

„Die Motivation, dass vor allem in den vergangenen zwei Wochen an diversen Orten „Bürgerwehren“ zu gründen, wird nach eigenen Argumentationen mit den Vorfällen an Silvester in Köln und anderen Städten und denen kurz darauf auch in Oldenburg begründet. Es ist jedoch schon seit geraumer Zeit zu beobachten, dass der Wunsch nach „Schutz von Deutschen für Deutsche (Frauen*)“ schon länger besteht. Die medial thematisierten sexualisierten Übergriffe schaffen für diese „Bürgerwehren“ eine scheinbare Legitimierung dieser rassistischen Patrouillen.

Auf keinen Fall sollte sexualisierte Gewalt auch in diesen Kontexten relativiert oder verharmlost werden. Wir verurteilen Übergriffe und sexualisierte Gewalt aufs Schärfste, egal von wem gegen wen. Es ist jedoch zu betonen, dass sexualisierte Gewalt im Gegensatz zu anderen Gewalttaten schichtübergreifend und unabhängig von Nationalitäten oder ähnlichem passiert. Wir haben es hier nicht mit einem Problem von Geflüchteten zu tun, sondern mit einem Problem patriarchal geprägter Strukturen an sich.
Diese Strukturen äußern sich nicht nur in einer Silvesternacht oder auf dem Oktoberfest, sondern sind für Frauen* eine alltägliche Problematik, egal ob auf der Arbeit, in der Disko, in der Beziehung oder auf der Straße. Das einzige strukturelle Merkmal, welches dem Großteil der Täter zugeschrieben werden kann ist hierbei „,männlich“ – nicht Nationalität oder vermeintliche Kultur.“

 

Antifa-elf

Am 15.01.2016 gab es in Oldenburg eine Aktion gegen die Bürgerwehr Oldenburg, mehr dazu.

Hier eine Presseerklärung der Stadt Wilhelmshaven und der Polizei zum Thema Bürgerwehren:

Gemeinsame Presseerklärung der Stadt Wilhelmshaven und der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland zum Thema Bürgerwehr

14.01.2016
Wilhelmshaven (ots) – In den sozialen Netzwerken sind der Aufruf und die Diskussion rund um das Thema Bürgerwehr zu beobachten. Die Stadt Wilhelmshaven und die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland betrachten das Aufrufen zu einer Bürgerwehr sehr skeptisch.

„Für die öffentliche Sicherheit ist die Polizei zuständig“, betont Jörn Kreikebaum, Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland und fügt hinzu, dass es „nicht Sache des Bürgers ist“, sich gezielt auf die Suche nach Straftätern zu machen. Straftaten aufzuklären und zu verfolgen ist und bleibt Aufgabe der Polizei.

„Wir wollen couragierte Bürger die Eingreifen statt Zuschauen!“ so Kreikebaum und stellt die Zivilcourage ganz klar in den Vordergrund. „Wenn andere Menschen in Not geraten, sei es durch verbale oder körperliche Gewalt, darf man nicht wegschauen, sondern sollte für die Rechte der anderen eintreten, ohne sich selber in Gefahr zu bringen.“

Dieser Meinung schließt sich auch Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner an. „Hinschauen und Helfen – das sind Tugenden, die wir ganz klar begrüßen. Der Aufbau eines zweiten, eigenen Rechtsystems, bei dem selbsternannte Hilfspolizisten unter dem Deckmantel der Zivilcourage tätig werden, kann aber nicht die Lösung sein. Es ist Aufgabe der Polizei und der Bundespolizei, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit es nicht zu Übergriffen kommt, wie wir sie andernorts beobachten mussten.“

Der Appell der Polizei ist deutlich: „Wenn Sie Hilfe brauchen, rufen Sie die Polizei – wir sind für Sie da!“

Quelle: Presseportal der Polizei Wilhelmshaven

Anlässlich der „neu aufgetretenen“ Situation haben wir die Vorgänge in dieser Stadt noch fokussierter im Blick, wir werden die Entwicklungen weiter beobachten und keine Mühe scheuen, Neonazi-Strukturen aufzudecken!!!

Bleibt Kämpferisch, verANKERt und achtet aufeinander!

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